Täglicher Archiv: Otto Wels

Würdigung von Otto Wels‘ Rede gegen das Ermächtigungsgesetz mit OB-Kandidat Dr. Karsten Schneider

April 25 @ 11:00 13:30

„Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“



Mit diesen unvergessenen Worten trat Otto Wels am 23. März 1933 Hitler entgegen. Im Gedenken an den 93. Jahrestag dieser historischen Rede lädt der SPD-Ortsverein Stadtmitte Wolfsburg herzlich dazu ein, den großen Mut und die politische Weitsicht von Otto Wels zu würdigen und gemeinsam einen Blick auf die Zukunft unserer Demokratie zu werfen.

Als Hauptredner dürfen wir den OB-Kandidaten der Wolfsburger SPD Dr. Karsten Schneider begrüßen.

Die Veranstaltung findet am Samstag 25.04.26 ab 11 Uhr auf dem Otto-Wels-Platz, 38440 Wolfsburg statt. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und eine inspirierende Begegnung im Herzen unserer Stadt.

PROGRAMM

​HISTORISCHES DOKUMENT Abspielen der Original-Tonaufnahme der Wels-Rede.

​IMPULSREDE Unser OB-Kandidat Dr. Karsten Schneider.

​TALKRUNDE: „Demokratie verteidigen und gestalten – vor Ort engagieren“

Mit dabei sind:

  • Dr. Karsten Schneider (OB-Kandidat)
  • Immacolata Glosemeyer (Landtagsabgeordnete)
  • Marcus Musiol (Mitglied im Rat der Stadt)
  • Dr. Benita Kirsch (Ratskandidatin)
  • Erich Schubert (Ortsbürgermeister)

 

Otto-Wels-Platz

Otto-Wels-Platz
Wolfsburg, 38440 Germany
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Gedenktag Otto Wels 23.03.2021

„Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“
Mit diesen Worten begründete Otto Wels am 23. März 1933 das „Nein“ der Sozialdemokraten zum Ermächtigungsgesetz, das einen Tag später verabschiedet werden sollte. Von den 94 Sozialdemokraten, die geschlossen und als einzige Partei gegen das Ermächtigungsgesetz stimmten, bezahlten 24 mit ihrem Leben. Am 22. Juni 1933 wurde die SPD schließlich durch Reichsinnenminister Wilhelm Frick als „volks- und staatsfeindliche Organisation“ verboten.
In diesem Zusammenhang ist interessant, dass z. B. Theodor Heuss, der erste Bundespräsident der BRD und einige andere spätere Mitglieder des Bundestages, Reichstagsmitglieder waren und dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt haben. Einige waren sogar Mitglied in der NSDAP.
Deshalb ist es der SPD ein echtes Anliegen, den Mut und die Zivilcourage der GenossInnen des Reichstages der Weimarer Republik nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Wir sind stolz auf dieses Erbe und auch stolz, dass die Stadt Wolfsburg, diesem mutigen Mann, stellvertretend für alle SPD GenossInnen des Reichstages, einen Platz und einen Gedenkstein gewidmet haben. Wie jedes Jahr so trafen sich auch dieses Jahr, unter der Einhaltung der Hygienevorschriften, wieder einige Genossinnen und Genossen des Ortsverein Wolfsburg Stadtmitte um an dieses  denkwürdige Ereignis zu erinnern.

Gedenkveranstaltung Otto Wels

„Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht!“ Mit diesen bewegenden Worten schloss der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Reichstag, Otto Wels, seine mutige Rede am 23. Mai 1933, mit der er das Ermächtigungsgesetz ablehnte.

Wie jedes Jahr erinnerte der SPD-Ortsverein Wolfsburg Stadtmitte an diesem Tag mit einer Gedenkfeier am Gedenkstein auf dem Otto-Wels-Platz an dieses historische Ereignis, das den Beginn einer zwölfjährigen Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus einläutete.

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Erich Schubert mahnte in seiner Begrüßungsrede, unsere heutige freie Gesellschaft nicht als selbstverständlich anzunehmen. „Besonders in der heutigen Zeit mit einem in vielen Ländern Europas wieder erstarkenden Nationalismus und der um sich greifenden Fremdenfeindlichkeit ist es wichtig an die Folgen rechtsradikalen Gedankenguts zu erinnern. Denn Freiheit und Demokratie kommen nicht von allein, sie müssen täglich erarbeitet werden“ so Erich Schubert.

Die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Elke Zitzke hielt die Gedenkrede. Sie wies darauf hin, dass die Rede von Otto Wels an diesem Tag die letzten freien Worte im Reichstag waren und mahnte: „Gerade angesichts der Vorkommnisse in jüngster Vergangenheit sind wir verpflichtet, den Mut von Otto Wels in Erinnerung zu rufen und allen nationalsozialistischen und rechtsradikalen Umtrieben die Stirn zu bieten.“

Bürgermeister Ingolf Viereck erinnerte in seiner Ansprache an die Geschichte der Stadt: „Wolfsburg ist international und weltoffen. Hier leben und arbeiten Menschen mit über 140 unterschiedlichen Nationalitäten.“ Der Aufbau von Wolfsburg und Volkswagen ist eine gemeinsame Kraftanstrengung von Frauen und Männern unterschiedlicher Herkunft. „Wolfsburg ist diesen Menschen zur Heimat geworden. Wir dürfen es nie wieder zulassen, dass Minderheiten oder bestimmte Personengruppen zu Sündenböcken gestempelt werden“, so Viereck.